Verhinderung von Wasserstoffversprödung in hochfesten Schrauben für raue, trockene Infrastrukturen
Was genau ist Wasserstoffversprödung? Hochfeste Schrauben?
Wasserstoffversprödung tritt auf, wenn atomarer Wasserstoff in Stahl diffundiert. Das Material verliert seine Duktilität und reißt unter Belastung.
Das Problem betrifft hauptsächlich hochfeste Stahlsorten. Schrauben der Klassen 10.9, 12.9 oder legierte Stahlschrauben nach ASTM A193 B7/B7M reagieren aufgrund ihrer Härte empfindlicher. Bereits geringe Mengen Wasserstoff können Stunden oder Tage nach der Montage zu einem verzögerten Bruch führen.
Warum erhöhen trockene Umgebungen mit geringer Luftfeuchtigkeit das Risiko?
Niedrige Luftfeuchtigkeit erzeugt nicht direkt Wasserstoff. Das eigentliche Problem ist die Kombination der Bedingungen, die in solchen Umgebungen häufig anzutreffen sind.
Dazu gehören starke UV-Strahlung, Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht sowie Kondenswasserbildung in den frühen Morgenstunden. Schutzbeschichtungen können Mikrorisse entwickeln. Sobald Korrosion an diesen Stellen einsetzt, kann sich Wasserstoff an der Stahloberfläche bilden.
Kurz gesagt, die Umgebung beschleunigt geringfügige Oberflächenschäden, und beschädigte Oberflächen erzeugen mit größerer Wahrscheinlichkeit Wasserstoff während der Korrosion.
Woher stammt der Wasserstoff während der Produktion und im Betrieb?
Wasserstoff kann in mehreren Phasen in den Bolzen gelangen. Zu den häufigsten Quellen gehören:
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Materialhärte
Hochfeste Stähle weisen naturgemäß eine geringere Wasserstofftoleranz auf. -
Oberflächenbehandlung
Prozesse wie Säurebeizen und Galvanisieren können Wasserstoff einbringen, wenn sie nicht ordnungsgemäß kontrolliert werden. -
Korrosion während des Gebrauchs
Durch Mikrokorrosion an Stellen mit Beschichtungsbrüchen oder Gewindeschäden entsteht Wasserstoff an der Oberfläche. -
Übermäßiges Anziehen
Hohe Vorspannung und lokale Spannungsspitzen machen Bolzen anfälliger für verzögerte Rissbildung.
Diese Faktoren variieren von Projekt zu Projekt, weshalb Ingenieure in der Regel jeden einzelnen Schritt betrachten, anstatt sich auf eine einzige Ursache zu konzentrieren.
Wie können Ingenieure potenzielle Versprödung erkennen, bevor es zum Ausfall kommt?
Wasserstoffversprödung ist allein anhand des Aussehens schwer zu erkennen. Dennoch helfen verschiedene Prüfverfahren, die Unsicherheit zu verringern:
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Härteprüfung
Gewährleistet, dass die Schraube innerhalb eines sicheren Härtebereichs für ihre Güteklasse bleibt. -
Drehmoment-Spannungs-Überprüfung
Zeigt, ob die Schraube die erwartete Klemmkraft ohne ungewöhnliches Verhalten liefert. -
Verzögerte Frakturprüfung
Wird für kritische Anwendungen eingesetzt, bei denen hohe Vorspannung und Vibrationen zu erwarten sind.
Feldmerkmale wie spröde Bruchflächen oder saubere, kristalline Bruchmuster deuten ebenfalls auf wasserstoffbedingte Schäden hin, eine Bestätigung erfordert jedoch in der Regel eine Laboranalyse.

Welche Behandlungen und Beschichtungen reduzieren das Risiko am effektivsten?
Es gibt keine einzelne Methode, die das Wasserstoffrisiko vollständig beseitigt, aber verschiedene Ansätze werden häufig verwendet:
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Nach dem Backen (Wasserstoffentlastung)
Wird bei Bedarf nach der Galvanisierung angewendet. Es hilft, absorbierten Wasserstoff zu entfernen. -
Vermeidung von galvanisch verzinkten hochfesten Schrauben
Mechanische Beschichtungsverfahren, Zinklamellenbeschichtungen oder andere nicht-elektrolytische Verfahren werden oft bevorzugt. -
Kontrolle der Oberflächenvorbereitung
Die Reduzierung aggressiver Säurereinigungsmethoden trägt dazu bei, das Eindringen von Wasserstoff zu begrenzen. -
Auswahl des richtigen Härtebereichs
Bei manchen Projekten wird eine etwas geringere Härte in Kauf genommen, um eine bessere Stabilität zu erzielen.
Ingenieure wählen in der Regel eine Kombination basierend auf der Auslegungslast, der Korrosionsbelastung und der Lebensdauer.

Was sollten Käufer von Lieferanten fordern, um langfristige Risiken zu reduzieren?
Die meisten professionellen Lieferanten befolgen Standardverfahren, Käufer können aber dennoch verschiedene Punkte anfordern, um die Stabilität zu bestätigen:
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Werkstoffgüte- und Härteaufzeichnungen
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Spezifikationen für die Oberflächenbehandlung
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Dokumentation zur Wasserstoffentlastung, falls zutreffend
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Berichte über mechanische Eigenschaften basierend auf Standardtests
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Grundlegende Rückverfolgbarkeit für die Bolzencharge
Diese Dokumente helfen Käufern, ohne auf Vermutungen angewiesen zu sein, zu überprüfen, ob die Befestigungselemente gängigen Industriestandards entsprechen.
Abschluss
Wasserstoffversprödung ist ein beherrschbares Risiko, wenn Material, Beschichtung und Vorspannung korrekt gehandhabt werden. Hochfeste Schrauben benötigen eine stabile Verarbeitung und eine vorhersagbare Oberflächenbehandlung, um in rauen Umgebungen mit geringer Luftfeuchtigkeit zuverlässig zu funktionieren.
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