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Trends auf der Fastener Expo Frankfurt 2026: Warum Hybridwerkstoffe in Europa immer mehr an Bedeutung gewinnen

04.03.2026

Was treibt europäische Käufer derzeit an?

Europäische Industrien machen keine Kompromisse bei Normen. Bauwesen, erneuerbare Energien, Schwermaschinenbau – sie alle unterliegen strengen Vorschriften hinsichtlich Dauerfestigkeit, Korrosionsschutz und struktureller Zuverlässigkeit. Ein Befestigungselement, das frühzeitig versagt, ist nicht nur ärgerlich, sondern stellt ein Haftungsrisiko dar.

Dieses Umfeld schafft spezifische Anforderungen:

  • Schrauben aus Kohlenstoffstahl benötigen dicke Beschichtungen zum Schutz vor Rost, und diese Beschichtungen können zerkratzen oder abnutzen.

  • Edelstahlschrauben sind zwar korrosionsbeständig, aber nicht hart genug für ein aggressives Selbstbohren in dickem Stahl.

Käufer stehen vor der Wahl zwischen optimaler Installationsleistung und langfristiger Haltbarkeit. Früher war dieser Kompromiss akzeptabel. Doch angesichts längerer Projektlebenszyklen und steigender Wartungskosten ist er es nicht mehr.

Was Hybridbefestigungen tatsächlich leisten

Hybridbefestigungselemente – meist Bimetallschrauben – sind eine technische Antwort auf diesen Zielkonflikt. Sie kombinieren zwei Materialien in einem Befestigungselement:

  • Eine gehärtete Kohlenstoffstahlspitze, die schnell und sauber durch Baustahl bohrt.

  • Ein Gehäuse aus Edelstahl, das nach der Installation korrosionsbeständig ist.

Anstatt ein und dasselbe Material für zwei gegensätzliche Aufgaben zu verwenden, teilt das Hybriddesign die Arbeit auf. Die Spitze übernimmt das Eindringen, der Körper die Exposition. Das Konzept ist einfach, doch die zuverlässige Umsetzung erfordert eine präzise Prozesskontrolle – exaktes Schweißen, gezielte Wärmebehandlung und Validierungstests, die bei den meisten Standard-Schraubenfertigungsanlagen nicht vorhanden sind.

Warum sie jetzt an Boden gewinnen

1. Der Stahl wird dicker
Europäische Baunormen fordern zunehmend schwerere Bauteile. Standardmäßige Edelstahl-Selbstbohrschrauben mit ihren weicheren Spitzen stoßen hier an ihre Grenzen. Sie überhitzen, stumpfen schnell ab und brechen unter Drehmoment. Hybridschrauben hingegen durchdringen dasselbe Material problemlos. Für Bauunternehmer, die Tausende von Befestigungselementen verarbeiten, macht sich dieser Unterschied in der Produktivität der Teams und der Ausschussquote bemerkbar.

2. Die Korrosionserwartungen steigen weiter.
Windparks an der Küste, industrielle Solaranlagen, Infrastruktur in der Nähe von Streusalz – hier müssen Befestigungselemente Jahrzehnte, nicht nur Jahre halten. Edelstahlkörper bei Hybridschrauben gewährleisten dies. Und die vergrabene Kohlenstoffspitze? Nach dem Einschrauben ist sie vom Sauerstoff isoliert. Die Praxiserfahrung zeigt, dass Ausfälle an freiliegenden Oberflächen und nicht an vergrabenen Spitzen beginnen.

3. Käufer wollen Beweise, keine Versprechungen.
Die Einkäufer, die dieses Jahr nach Frankfurt kommen, sammeln nicht nur Kataloge. Sie verlangen Testdaten: Salzsprühtests, Drehmomentkurven, Dauerfestigkeitsprüfungen. Hersteller von Hybridverbindungselementen, die diese Dokumentation liefern können – deren Prozesse auf Schweißnahtintegrität und Wärmebehandlungskontrolle ausgerichtet sind – haben einen klaren Vorteil.

Von Preislisten bis zu Leistungsdaten

Die Veränderung ist nicht dramatisch. Standard-Kohlenstoffstahlschrauben werden nicht verschwinden. Sie werden weiterhin viele Aufträge erfüllen. Doch in den Gesprächen im Vorfeld der Messe hat sich der Schwerpunkt deutlich verlagert. Käufer sprechen weniger über Preise für 50.000 Stück und mehr darüber, ob ihre Befestigungselemente diesem speziellen Untergrund und dieser Belastung standhalten.

Das ist eine andere Art von Gespräch. Es begünstigt Lieferanten, die Anwendungen verstehen, nicht nur die Produktion.

Was dies für Lieferanten bedeutet

Für Hersteller, die in Hybridtechnologie investiert haben – die die Parameter des Reibschweißens, die optimalen Wärmebehandlungszeiträume und die Prüfung von Verbindungen im großen Maßstab optimiert haben –, eröffnet sich der europäische Markt. Nicht etwa, weil jeder Hybridschrauben benötigt, sondern weil die Projekte, die diese benötigen, zunehmen und die Auftraggeber Partner suchen, die nachweisliche Leistung erbringen können.

Fazit

Die Fastener Expo Frankfurt 2026 wird die erste ihrer Art sein, doch die dort präsentierten Trends sind nicht neu – sie zeichnen sich seit Jahren ab. Hybridwerkstoffe gewinnen zunehmend an Bedeutung, weil sie reale Probleme lösen. Sie lassen sich besser bohren, wo Edelstahl an seine Grenzen stößt. Sie sind langlebiger, wo beschichteter Kohlenstoffstahl versagt. Und für europäische Einkäufer, die langlebige Anlagen verwalten, ist diese Kombination wichtiger als der Stückpreis.


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