Was bedeuten die Angaben 4.8 und 8.8 bei Bolzen?
Die Kennzeichnungen auf Schrauben, wie z. B. 4.8 und 8.8, geben die Festigkeitsklasse der in Stahlkonstruktionen verwendeten Schrauben an. Diese Festigkeitsklassen sind in über zehn Stufen unterteilt, darunter 3.6, 4.6, 4.8, 5.6, 6.8, 8.8, 9.8, 10.9 und 12.9. Schrauben der Festigkeitsklasse 8.8 und höher bestehen aus niedriglegiertem Stahl oder mittellegiertem Stahl, der einer Wärmebehandlung (Abschrecken und Anlassen) unterzogen wurde. Diese Schrauben werden üblicherweise als hochfeste Schrauben bezeichnet. Die übrigen Schrauben sind im Allgemeinen Standardschrauben.

Die Leistungskennzeichnung besteht aus zwei Zahlenreihen, die den Nennwert der Zugfestigkeit und das Verhältnis von Streckgrenze zu Zugfestigkeit des Schraubenmaterials angeben. Zum Beispiel:
- Eine Schraube mit einer Leistungsklasse von 4,8 bedeutet:
- Die nominelle Zugfestigkeit des Bolzenmaterials erreicht 400 MPa;
- Das Verhältnis von Streckgrenze zu Zugfestigkeit des Bolzenmaterials beträgt 0,8;
- Daher beträgt die nominelle Streckgrenze des Schraubenmaterials 400 × 0,8 = 320 MPa.
- Eine hochfeste Schraube mit einer Leistungsklasse von 10,9 kann nach der Wärmebehandlung Folgendes erreichen:
- Die nominelle Zugfestigkeit des Bolzenmaterials erreicht 1000 MPa;
- Das Verhältnis von Streckgrenze zu Zugfestigkeit des Bolzenmaterials beträgt 0,9;
- Die nominelle Streckgrenze des Bolzenmaterials beträgt somit 1000 × 0,9 = 900 MPa.
Die Leistungsklasse von Schrauben ist ein international anerkannter Standard, der sicherstellt, dass Schrauben der gleichen Klasse unabhängig von ihrem Material oder ihrer Herkunft identische Leistungsmerkmale aufweisen, sodass die Konstruktionsauswahl ausschließlich auf der Grundlage der Leistungsklasse erfolgen kann.
Bezüglich der Festigkeitsklasse ist anzumerken, dass die sogenannten Klassen 8,8 und 10,9 sich nicht auf Scherspannungsniveaus von 8,8 GPa und 10,9 GPa beziehen, sondern vielmehr:
- Bei einer Festigkeitsklasse von 8.8 beträgt die nominelle Zugfestigkeit 800 N/mm² und die nominelle Streckgrenze 640 N/mm².
Die Festigkeit von Schrauben wird typischerweise mit „XY“ angegeben, wobei X100 der Zugfestigkeit der Schraube entspricht und X100*(Y/10) der Streckgrenze der Schraube entspricht (gemäß der Kennzeichnungskonvention: Streckgrenze/Zugfestigkeit = Y/10).
Zum Beispiel für eine Schraube der Festigkeitsklasse 4.8:
- Die Zugfestigkeit würde 400 MPa betragen;
- Die Streckgrenze beträgt 400 * 8 / 10 = 320 MPa.

Darüber hinaus werden Edelstahlschrauben häufig mit A4-70 oder A2-70 gekennzeichnet, was je nach den für Edelstahlbefestigungselemente geltenden Normen unterschiedliche Bedeutungen hat.
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