Ist Edelstahl magnetisch?

Viele Menschen glauben, Edelstahl sei nicht magnetisch und verwenden daher oft Magnete, um festzustellen, ob ein Produkt aus Edelstahl besteht. Diese Beurteilungsmethode ist jedoch unwissenschaftlich.
Edelstahl lässt sich anhand seiner Struktur bei Raumtemperatur in zwei Kategorien einteilen: Austenit und Martensit bzw. Ferrit. Austenitischer Edelstahl ist nicht oder nur schwach magnetisch, während martensitischer bzw. ferritischer Edelstahl magnetisch ist. Allerdings sind alle austenitischen Edelstähle nur im Vakuum vollständig nichtmagnetisch, weshalb die Echtheit von Edelstahl nicht allein durch eine Magnetprüfung festgestellt werden kann.Produkt
Der Grund, warum austenitischer Stahl magnetisch ist: Austenitischer Edelstahl besitzt eine kubisch-flächenzentrierte Kristallstruktur, deren Oberfläche paramagnetisch ist. Daher ist die austenitische Struktur selbst nicht magnetisch. Kaltverformung ist die äußere Bedingung, die einen Teil des Austenits in Martensit und Ferrit umwandelt. Im Allgemeinen steigt der Martensitanteil mit zunehmender Kaltverformung und sinkender Verformungstemperatur. Das heißt, je größer die Kaltverformung, desto stärker die martensitische Umwandlung und desto ausgeprägter die magnetischen Eigenschaften. Warmverformte austenitische Edelstähle sind nahezu nicht magnetisch.

Prozessmaßnahmen zur Reduzierung der Durchlässigkeit:
(1) Die chemische Zusammensetzung wird so gesteuert, dass eine stabile Austenitstruktur erreicht und die magnetische Permeabilität angepasst wird.
(2) Die Materialvorbereitungssequenz sollte erweitert werden. Gegebenenfalls können Martensit, δ-Ferrit, Karbide usw. in der Austenitmatrix durch Lösungsglühen wieder aufgelöst werden, um ein homogeneres Gefüge zu erzielen und sicherzustellen, dass die magnetische Permeabilität den Anforderungen entspricht. Zudem sollte ein gewisser Spielraum für die Weiterverarbeitung eingeräumt werden.
(3) Passen Sie den Prozess und die Verfahrensführung an, fügen Sie nach dem Formen eine Lösungsglühung und einen Beizvorgang in die Verfahrensführung ein. Führen Sie nach dem Beizen eine Messung der magnetischen Permeabilität durch, um die Anforderungen an μ zu erfüllen. (5) Wählen Sie geeignete Bearbeitungswerkzeuge und Werkzeugmaterialien. Verwenden Sie Keramik- oder Hartmetallwerkzeuge, um zu verhindern, dass die magnetische Permeabilität des Werkstücks durch die magnetischen Eigenschaften des Werkzeugs beeinflusst wird. Verwenden Sie beim Zerspanungsprozess möglichst geringe Abtragsmengen, um die durch übermäßige Druckspannungen hervorgerufene martensitische Umwandlung zu minimieren.
(6) Entmagnetisierung der Oberflächenteile.


Veröffentlichungsdatum: 26. September 2022